
Estland: eine kurze Vorstellung
Finden Sie heraus, was sich hinter dem Motto „Nordic with a twist“ verbirgt – eine kurze Vorstellung des Landes.
Estland ist Teil des Baltikums – der nördlichste der drei baltischen Staaten – und hat kulturell doch mehr mit Skandinavien gemeinsam als mit ihnen. Nicht nur tatsächlich historisch, sondern auch dem Selbstverständnis nach, denn Estland begreift sich als nordeuropäisches Land.
Im Folgenden stellen wir dieses Land mit seiner überwältigenden Natur, seiner spannenden Kultur, die von verschiedensten Einflüssen lebt, seiner exzellenten Küche und nicht zuletzt: seinen selbstbewussten und gastfreundlichen Bewohnern in einigen wesentlichen Punkten vor.
Estland liegt am Knotenpunkt von Skandinavien, Mitteleuropa und den östlichen Staaten Europas
Alle Wege in Europa führen nach Estland – sei es mit dem Flugzeug, Schiff oder Ihrem eigenen Fahrzeug. Als Ostseeanrainer ist Estland nur eine kurze Fahrt mit der Fähre von Finnland oder Schweden entfernt, und zu europäischen Hauptstädten wie Warschau oder Berlin gibt es eine Busverbindung mitten ins Herz Tallinns!
Sowohl geschichtlich als auch kulturell und geografisch ist Estland mehreren ganz unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt:
- Skandinavien – durch unmittelbare Nähe, direkten Austausch, die finno-ugrische Sprache und größte Sympathie
- West-Europa und insbesondere Deutschland – durch die gemeinsame Geschichte der Hanse und die Deutschbalten
- Russland – durch unmittelbare Nähe, direkten Austausch und die nicht eben in guter Erinnerung gebliebene Sowjetzeit
Estland ist ein Hybrid aus diesen drei Einflüssen – darüber hinaus aber auch ein überraschend eigenständiges Land, das zu erkunden wahnsinnig spannend und lohnend ist.

Urheber des Bildes: Vaas / Transpordiamet
Die estnische Hauptstadt Tallinn ist die am besten erhaltene mittelalterliche Stadt in Nordeuropa
Tallinn hat die Stadtrechte im 13. Jahrhundert durch den dänischen König erhalten und gehört heute zum Kulturerbe der UNESCO. Seit seiner Gründung haben sich verschiedene Weltmächte fast schon „die Klinke in die Hand gegeben" – von Dänen über Schweden bis zu den Deutschen sowie dem zaristischen und sowjetischen Russland.
Die Altstadt Tallinns mit ihren vielen Häusern aus dem Mittelalter und ihren Alleen wird noch immer durch die Reste der Stadtmauer geschützt. Tauchen Sie ein in die Legenden und Geschichten der üppigen Architektur Tallinns!
Aber auch über die pittoreske Altstadt hinaus ist Tallinn höchst attraktiv – und jung! Der Szenebezirk Kalamaja mit der Kreativstadt Telliskivi und seinem neuen und angesagten Stadtteil Noblessner versprüht internationales Flair und pulsierende Lebenslust.

Urheber des Bildes: Rasmus Jurkatam, Visit Estonia
Esten sprechen Estnisch, aber auch Englisch, Russisch, Finnisch und Deutsch
Esten sprechen in der Regel mindestens zwei Sprachen und jüngeren Studien zufolge gehören Sie zu den Europäern mit den besten Englischkenntnissen. Viele Gäste tendieren sogar zu der Meinung, dass die Esten Elbisch sprechen. Die magisch klingende Sprache ist allerdings das Estnische, das zum finno-ugrischen Zweig der europäischen Sprachen zählt.
Estnisch gilt als schwer zu lernen – und die Esten wissen das ganz genau. Deshalb sind sie so gut wie alle mehrsprachig, um sich in der Welt und mit ihren internationalen Gästen verständigen zu können. Denn natürlich erwartet man im Land nicht, dass Besucher Estnisch sprechen; das tun übrigens nur rund 1 Million Menschen weltweit.
Wenn man den Esten jedoch eine große Freude machen will, dann lernt man als Gast vor dem Besuch des Landes drei, vier Worte Estnisch!

Urheber des Bildes: Renee Altrov
Etwa die Hälfte des Landes ist bewaldet ...
... und die Esten lieben ihre Wälder, die mystischen Moore und all die Geschöpfe, die dort leben, wie Luchse, Braunbären, Wölfe, Füchse, Hasen und das Wild. Es ist schon richtig zu sagen, dass Esten echte Naturliebhaber sind. Und die Natur in Estland ist abwechslungsreich und tatsächlich überwältigend schön.
Esten sind nicht besonders religiös im kirchlichen Sinn, haben aber eine enge Verbindung zur Natur, die von vielen Mythen, Legenden und alter Volksweisheit begleitet wird und in der Bevölkerung sehr lebendig ist. Eine Umfrage der Zeitung EUobserver ergab zum Beispiel, dass 69 % der Esten glauben, dass Bäume eine Seele haben. Alle Bäume.

Urheber des Bildes: Priidu Saart
Estland hat gerade einmal 1,3 Millionen Einwohner und ist sogar größer als Dänemark oder Holland
Estland gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas und ist daher für diejenigen, die sich einfach ausruhen möchten und Ruhe und Frieden suchen, ein großartiges Reiseziel – sei es für eine Natur- oder Städtereise.
Eine Offenbarung ist auch der Straßenverkehr – zumindest, sobald man die Metropole Tallinn verlassen hat. Auf so mancher Straße ist man mit dem Auto lange Zeit mutterseelenalleine unterwegs. Und selbst auf wichtigen Verbindungen zwischen Städten ist man über die geringe Menge an Verkehr immer wieder überrascht. Herrlich!

Urheber des Bildes: Kristjan Lust
In Estland gibt es mehr als 2000 Inseln
Auch wenn die meisten der Inseln unbewohnt sind, ist Estland das einzige baltische Land mit einer breiten und tief verwurzelten Inselkultur. Die estnischen Inseln sind überwiegend ländlich geprägt, und bei einigen finden Sie Spuren der dortigen Wikinger sowie der traditionellen und mittelalterlichen Kultur.
In Estland ist das Leben ohnehin sehr entspannt. Aber auf den Inseln ticken die Uhren nochmals anders. Es sind einfach herrliche Umgebungen, um komplett zu entschleunigen und mal so richtig durchzuentspannen!

Urheber des Bildes: Priidu Saart
Seit 1869 werden alle fünf Jahre die landesweiten Sängerfeste durchgeführt, dann kommen Tausende zusammen und singen gemeinsam!
Das estnische Sänger- und Tanzfest ist das Erkennungszeichen Estlands schlechthin und ein Grund, warum die Esten häufig als „singende Nation" bezeichnet werden. Da seine vereinigende Wirkung so einzigartig ist, wurde es sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO ernannt.
Die Tradition der Sängerfeste ist mittlerweile mehr als 150 Jahre alt und hat viel mit der bewegten Geschichte des Landes, seiner ewigen Besetzung durch andere Mächte, der erstmaligen Erlangung der Unabhängigkeit 1918, deren Verlust und vor allem der Wiederherstellung dieser Unabhängigkeit anno 1991 zu tun.
Es war nicht zuletzt die so genannte "Singende Revolution", die es den Esten endlich ermöglichte, in einer eigenständigen Republik selbstverantwortlich und nach eigenem Gusto zu leben. Sie hatten ihr Freiheitsbedürfnis und ihr Selbstvertrauen über Jahrzehnte in den gemeinsamen Liedern am Leben erhalten.

Urheber des Bildes: Jelena Rudi, Visit Estonia
Estland ist eines der am wenigsten religiösen Länder der Welt
Obwohl Estland eine ganze Fülle alter Kirchen besitzt, bekennen sich nur etwa ein Viertel seiner Einwohner zu einer bestimmten Religion; und die meisten hiervon sind Lutheraner.
Allerdings findet man in Estland trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – ein weit verbreitetes spirituelles Bewusstsein. Die Menschen sind sehr naturverbunden, und diese Verbundenheit geht über rein rationalen Naturschutz und Naturgenuss hinaus. Die alte Volksweisheit wird nach wie vor tradiert und spielt heute beispielsweise beim Sammeln von Zweigen für die so genannten Sauna-Quirle, in überlieferten medizinischen Hausmitteln, beim Begehen von Feiertagen (beispielsweise beim beliebtesten Feiertag der Esten, Jaanipäev, dem Johanni-Tag zur Mittsommerzeit), aber auch in zahlreichen alltäglichen Mythen und Legenden eine Rolle.

Urheber des Bildes: Priidu Saart
Estland ist eine digitale Gesellschaft
Ob über das Internet wählen oder Unterlagen unterzeichnen – in Estland wird alles dafür getan, dass man seinen Alltag ohne großen administrativen Aufwand bewältigen kann. Das bedeutet weniger Bürokratie, und Bereiche wie das Gesundheitswesen oder der Bildungssektor werden transparenter und effizienter.
Estland hat 1,3 Millionen Einwohner, von denen fast alle einen chipfähigen Personalausweis besitzen. Dieser Ausweis ist der Schlüssel zu einer Vielzahl von elektronischen Diensten, z. B. zur Unterzeichnung von Dokumenten, zur Gründung eines Unternehmens und sogar zur Online-Wahl.
Ausländer können auch die estnische "E-Staatsbürgerschaft" (E-Residency) erwerben. Die elektronische Bürgerkarte gibt nicht Zugang zu allen Rechten, aber ihre Existenz ermöglicht es beispielsweise, ein in Estland registriertes Unternehmen zu gründen und in einem digitalen Geschäftsumfeld zu arbeiten. Sie kann auch in vielen verschiedenen Geschäften und Dienstleistungen anstelle einer separaten Kundenkarte verwendet werden.

Urheber des Bildes: Renee Altrov
Die Esten lieben gutes Essen
Die Küche Estlands hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Man besann sich auf die Traditionen – wie beispielsweise die jahrhundertealte Brotkultur, die das Land mit Deutschland gemeinsam hat und auf das einzigartige dunkle estnische Roggenbrot, das must leib, das mittlerweile wieder überall im Land zu bekommen ist.
Am Wichtigsten ist den Esten dasjenige, was bei uns auch allmählich ins Bewusstsein rückt: die Verwendung möglichst naturbelassener, frischer und regionaler – wenn nicht gar: lokaler – Zutaten.
Außerdem gibt es mittlerweile eine ganze Armada junger, gut ausgebildeter und sehr ambitionierter Köchinnen und Köche, die die Gastronomieszene in sehr erfrischender Art aufgewirbelt haben. Zahlreiche Restaurants quer durchs Land (und auf den Inseln!) werden mittlerweile im Guide MICHELIN gelistet – und Jahr für Jahr werden es mehr.
Die gastronomische Profiküche kann man in den Trend der "neuen nordischen Küche" einreihen, aber sie ist und bleibt dabei doch eigenständig, weil sie estnische Essenstraditionen und Gerichte an die Basis ihrer phantasievollen Kreationen stellt.
Für Gourmets ist Estland jedenfalls eine lohnende kulinarische Entdeckung!

Urheber des Bildes: Hele-Mai Alamaa
Was man über Estland wissen sollte
Wer Estland besucht, merkt schnell: Dieses Land erschließt sich nicht allein über Sehenswürdigkeiten. Es lebt von Haltungen, Eigenarten und kleinen kulturellen Verschiebungen, die man nicht immer sofort erkennt – die aber umso spannender sind, je näher man hinsieht.
Estland ist modern und eigenwillig, digital und naturverbunden, zurückhaltend und zugleich überraschend offen.
Die folgenden Beiträge laden dazu ein, Estland aus genau dieser Perspektive kennenzulernen: als Gesellschaft, als Alltag, als Denkweise. Hier finden Sie allerlei Wissenswertes über Estland – und darunter vielleicht Fakten über Estland, die man nicht kennt.
Eigenwillig, leise, faszinierend: estnische Eigenarten im Alltag
Manches in Estland wirkt auf den ersten Blick ungewohnt – manchmal sogar ein wenig merkwürdig. Und genau darin liegt ein Teil des Reizes. Ob es die stille Beziehung der Esten zur Natur ist, ihre spezielle Art von Humor oder scheinbar widersprüchliche Alltagsrituale: Viele kulturelle Eigenheiten erschließen sich erst, wenn man genauer hinschaut.
Dieser folgende Beitrag sammelt Beobachtungen, kleine Überraschungen und typisch estnische Besonderheiten, die Besucher oft erst nach ein paar Tagen bemerken – und dann nicht mehr missen möchten.

Zwischen Wald, Weite und WLAN: Wie die Esten ticken
Wer sind eigentlich die Esten? Dieser Text nähert sich dem Charakter eines Volkes, das sich selbst nicht gern in den Mittelpunkt stellt, aber sehr genau weiß, was es will. Naturverbundenheit, Eigenständigkeit und ein ausgeprägtes Freiheitsgefühl prägen das Selbstverständnis vieler Esten. Gleichzeitig gehört ein pragmatischer Optimismus zum Alltag – leise, unaufdringlich, aber bemerkenswert stabil. Ein idealer Einstieg, um Mentalität, Werte und Lebensgefühl besser einzuordnen.

Ein kleines Land und viele Bezugspunkte: Estland im regionalen Kontext
Estland liegt nicht nur geografisch zwischen Nord und Ost – auch kulturell spielt der Vergleich mit den Nachbarn eine große Rolle. Finnland, Lettland, Russland und die übrigen Ostseeländer prägen das Selbstbild der Esten auf ganz unterschiedliche Weise.
Dieser augenzwinkernde Beitrag des estnischen Autors Mihkel Raud beleuchtet Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Sympathien und Reibungen – mit einem Augenzwinkern, aber stets mit historischem und kulturellem Tiefgang. Wer Estland verstehen will, sollte wissen, wie es sich selbst im regionalen Kontext verortet.

Hightech und Tradition: zwei Seiten einer Gesellschaft
Estland gilt als eines der digitalsten Länder der Welt – und gleichzeitig als erstaunlich traditionsbewusst. Wie passt das zusammen? Dieser Text zeigt, dass Fortschritt und Konservatismus hier keine Gegensätze sind, sondern oft Hand in Hand gehen. Moderne Technologien treffen auf tief verwurzelte Werte, Innovation auf Skepsis, Tempo auf Bedacht.
In seiner unvergleichlichen Art hat Mihkel Raud hier einen Schlüsselbeitrag zum Verständnis der estnischen Gegenwart geliefert – und ihrer scheinbaren Widersprüche.

Was auf estnischen Tellern wirklich zählt
Essen ist in Estland weniger Inszenierung als Alltag – und gerade deshalb aufschlussreich.
Ein drittes Mal war Mihkel Raud für Visit Estonia tätig: Dieser Beitrag wirft einen Blick auf typische Essgewohnheiten, Vorlieben und Eigenheiten, die viel über Mentalität und Geschichte verraten. Bodenständig, saisonal, manchmal überraschend schlicht – und oft mit unerwarteten Kombinationen. Wer wissen möchte, was in estnischen Küchen tatsächlich auf den Tisch kommt, findet hier eine ehrliche Annäherung jenseits klassischer Restauranttipps.

Zeitgeist trifft Natur: Ein modernes Reiseland abseits der Klischees
Der folgende Beitrag bringt vieles zusammen, was Estland als Reiseziel ausmacht: spektakuläre Landschaften, Ruhe, Raum – und eine digitale Infrastruktur, die den Alltag erstaunlich einfach macht. Naturerlebnis und moderne Lebensqualität schließen sich hier nicht aus, sondern ergänzen sich. Ideal für alle, die abschalten möchten, ohne komplett offline zu gehen, und für Reisende, die Freiheit und Komfort gleichermaßen schätzen.

Offen, zurückhaltend, im Wandel: Vielfalt im heutigen Estland
Wie offen ist Estland für LGBTQ-Reisende? Dieser Beitrag gibt Orientierung, ordnet ein und beschreibt die Atmosphäre vor Ort – sachlich, ehrlich und ohne Klischees. Während die Szene überschaubar ist, insbesondere außerhalb der größeren Städte, hat sich in den letzten Jahren viel bewegt. Wer Estland aus einer inklusiven Perspektive erleben möchte, findet hier hilfreiche Einblicke und realistische Einschätzungen.

Arbeiten, wo andere durchatmen: Estland als Ort für Remote Work
Estland ist ein beliebtes Ziel für digitale Nomaden, Remote Worker und Kreative – nicht zuletzt wegen seiner hervorragend ausgebauten digitalen Infrastruktur. Dieser Artikel stellt Coworking Spaces im ganzen Land vor und zeigt, warum Arbeiten in Estland so unkompliziert sein kann. Ob für ein paar Tage oder mehrere Wochen: Hier verbindet sich produktives Arbeiten mit hoher Lebensqualität und inspirierender Umgebung.

Estland ist zu jeder Jahreszeit besonders!
Und es gibt hier fünf davon; anders bekommt man nicht alles Spannende unter.
Lassen Sie sich inspirieren ...
Last updated
21.12.2025