
Der Nationalpark Matsalu
Der im Westen Estlands gelegene Matsalu-Nationalpark ist ein Paradies für Vögel – und für Vogelbeobachter.
Millionen von Zugvögeln machen hier alljährlich Rast auf ihren Routen von Nord nach Süd und umgekehrt; und etliche Arten nisten auch vor Ort.

Zwischen Meer, Schilf und Überschwemmungswiesen: Die Landschaft von Matsalu
Der Nationalpark Matsalu schützt eine der außergewöhnlichsten Feuchtgebietslandschaften Europas. Rund um die flache Matsalu-Bucht erstreckt sich ein Mosaik aus Küstenwiesen, Schilfgürteln, Gehölzwiesen, Wäldern und kleinen Inseln. Im Osten prägen der Unterlauf des Kasari-Flusses und seine ausgedehnten Überschwemmungswiesen die Landschaft. Seit 1976 gehört Matsalu zu den Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung der Ramsar-Konvention.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Landschaft während des Frühjahrshochwassers. Dann tritt der Kasari über die Ufer und verwandelt seine Wiesen zeitweise in eine riesige Wasserfläche. Die rund 4.000 Hektar große Überschwemmungswiese ist die größte zusammenhängende bewirtschaftete Auenwiese Europas und ein wichtiger Rast-, Nahrungs- und Brutplatz für zahlreiche Tierarten.
Interessante Kulturlandschaft
Alte Scheunen und Fischerhütten mit Strohdächern wurden restauriert, um das spannende historische Erbe der Region zu bewahren.
Grasmücken und Wachtelkönige: Vogelbeobachtung in Matsalu
Die beste Zeit zur Vogelbeobachtung ist von April bis Mitte Mai und dann wieder von September bis Ende Oktober. Aber Vögel sind nicht die einzigen geflügelten Kreaturen, die hier leben – die ausgedehnten Feuchtgebiete ziehen eine Vielzahl von Schmetterlings- und Libellenarten an.
Eine der aufregendsten Sehenswürdigkeiten des Parks ist Nordeuropas größte Überschwemmungswiese, ein bedeutendes Nistgebiet für den Wachtelkönig.
Erklimmen Sie einen Vogelbeobachtungsturm und lauschen Sie dem melodischen Gesang der Grasmücken, der aus dem Schilf an der Mündung des Kasari-Flusses ertönt. Mit einem organisierten Bootsausflug oder einer Kanufahrt können Sie das Gebiet erkunden. Botaniker werden ihre Freude daran haben, die verschiedenen Orchideenarten zu entdecken, die in Matsalu wachsen.

Matsalu zu Fuß entdecken
Matsalu ist aber keineswegs nur ein Ziel für Menschen mit Fernglas und Teleobjektiv. Mehrere Wanderwege führen durch die unterschiedlichen Landschaften des Nationalparks. Ein guter Ausgangspunkt ist das Besucherzentrum im historischen Gutshaus von Penijõe bei Lihula. Dort beginnt auch der Penijõe-Wanderweg, dessen verschiedene Varianten durch Feuchtwiesen, Weideland, Wald und bis an den großen Schilfgürtel führen.
Weitere Wege erschließen ganz andere Seiten des Parks: Der kurze Suitsu-Wanderweg führt durch die Überschwemmungslandschaft am gleichnamigen Fluss zu einem 21 Meter hohen Aussichtsturm. Zwischen Kiideva und Puise lässt sich die Nordküste der Matsalu-Bucht erwandern, während der Salevere-Wanderweg durch Laubwald und über Kalksteinlandschaften führt. So lohnt sich Matsalu auch außerhalb der großen Vogelzugzeiten.
Entdecken Sie Matsalu
Erklimmen Sie den Vogelbeobachtungsturm, lauschen Sie Grasmückenliedern am Kasari. Entdecken Sie per Boot oder Kanu die Umgebung.
Haapsalu – Kurstadt am Meer und idealer Ausgangspunkt für Matsalu
Naturerlebnis und Städtereise lassen sich in Matsalu wunderbar miteinander verbinden. Nördlich des Nationalparks liegt Haapsalu, eine der schönsten Kleinstädte Estlands und ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region.
Die traditionsreiche Kurstadt an der Ostsee ist bekannt für ihre hölzernen Villen, die mittelalterliche Bischofsburg und ihre romantische Uferpromenade mit dem historischen Kursaal. Kleine Cafés und Restaurants laden zum Einkehren ein – und wer nach einem langen Tag zwischen Wanderwegen, Schilflandschaften und Vogelbeobachtungstürmen die müden Beine pflegen möchte, findet in Haapsalu auch eine lange SPA-Tradition. Die erste Kuranstalt eröffnete hier bereits 1825.
Haapsalu eignet sich deshalb besonders gut für alle, die Matsalu ausgiebig erkunden möchten, aber abends lieber in einer kleinen Stadt übernachten. So lässt sich morgens die große Natur genießen – und am Abend wartet schon die Promenade am Meer.

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Zuletzt aktualisiert
08.08.2026






