BraunbärUrheber des Bildes: Remo Savisaar
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Der Nationalpark Alutaguse

Der jüngste Nationalpark Estlands ist Alutaguse. Er beeindruckt durch den Kontrast zu der ihn umgebenden Landschaft.

Estlands jüngster Nationalpark ist ein Land der großen Wälder, tiefen Moore und stillen Seen – eine Landschaft, die stellenweise eher an die Taiga erinnert.

Alutaguse ist ursprüngliche Natur, aber nicht nur das. Kleine Dörfer, alte Grabstätten und ehemalige Bergbaugebiete erzählen davon, wie Menschen diese Region über Jahrhunderte geprägt haben. Gerade der Kontrast zwischen Wildnis und Kulturlandschaft macht den Nordosten Estlands so außergewöhnlich.

Wälder wie in der Taiga – die wilde Landschaft Alutaguses

Alutaguse wurde 2018 als jüngster der estnischen Nationalparks gegründet. Auf rund 44.000 Hektar vereint er elf zuvor getrennte Schutzgebiete und bewahrt damit eine Landschaft, wie sie in Estland nur noch selten zu finden ist.

Mehr als die Hälfte des Nationalparks besteht aus Mooren, weitere große Flächen sind bewaldet. Dazwischen liegen Seen, Flüsse, Sandrücken und Dünen. Die Region ist dünn besiedelt und bietet zahlreichen seltenen Tierarten einen Rückzugsraum. Hier leben unter anderem Schwarzstörche, Auer- und andere Waldvögel, Flughörnchen, Luchse, Wölfe – und natürlich Alutaguses berühmteste Bewohner: die Braunbären.

Braunbären beobachten – Alutaguses außergewöhnlichstes Naturerlebnis

Die ausgedehnten Wälder Alutaguses gehören zu den besten Regionen Europas, um Braunbären in freier Wildbahn zu erleben. In der größeren Alutaguse-Region lebt eine besonders dichte Population der mächtigen Waldbewohner.

Angst vor einer unverhofften Begegnung beim Waldspaziergang muss trotzdem niemand haben. Braunbären meiden Menschen normalerweise und ziehen sich zurück, lange bevor Wanderer überhaupt etwas von ihrer Anwesenheit bemerken.

Wer die Tiere tatsächlich sehen möchte, sollte deshalb ein wenig nachhelfen – und zwar auf sichere und ausgesprochen komfortable Weise.

Urheber des Bildes: Visit Estonia

Die größten Raubtiere Estlands - Braunbären - streifen durch die dichten Wälder.

Wenn Sie bei dem Gedanken daran erschaudern, aber dennoch Bären mit eigenen Augen sehen möchten, können Sie eine der speziellen Bärenbeobachtungsstationen besuchen. Hier können Sie die großen Waldbewohner sicher beobachten.

Ein Abend in der Bärenhütte

Spezielle Beobachtungshütten ermöglichen es, Braunbären und andere Wildtiere aus sicherer Entfernung zu erleben. Meist verbringen Besucher dort den Abend und die Nacht und beobachten durch große Fenster oder spezielle Fotoöffnungen, was sich draußen im Wald abspielt.

Geduld gehört dazu: Die Natur hält sich schließlich an keinen Veranstaltungskalender. Gerade dieses Warten gehört aber zum Erlebnis. Wenn schließlich ein Braunbär zwischen den Bäumen auftaucht, dürfte die vergangene Zeit ohnehin ziemlich schnell vergessen sein.

Erleben Sie ein einzigartiges Bärenabenteuer

Spezielle Hütten ermöglichen sicheres Beobachten aus der Ferne, ideal für neugierige Besucher.

Alutaguse bietet endlose Möglichkeiten für Outdoor-Abenteuer

In Alutaguse können Sie eine Reihe einzigartiger Naturphänomene genießen, wie z. B. den mehr als 30 km langen Strand am Nordufer des Peipus-Sees mit seinen Dünenwäldern und dem singenden Sand oder die 18 m hohen Kreidefelsen bzw. Kontinentalklippen, die es nirgendwo sonst in Estland gibt.

Das Puhatu-Moor ist das größte der estnischen Moore, und an den Ufern des Porun-Flusses befinden sich wertvolle, unberührte Laubwälder.

Auf der Kurtna-Seenplatte, der seenreichsten Landschaft Estlands, gibt es über 40 Seen auf einer Fläche von 30 km2. Darunter befinden sich Seen mit besonders wertvollen und seltenen Arten, wie der Valgejärv.

Der Eichenwald im Park von Mäetaguse ist einer der nördlichsten Eichenbestände Europas, mit breitstämmigen, bis zu 300 Jahre alten Bäumen und einer großen Artenvielfalt.

Das Iisaku-Moor ist eines der höchstgelegenen Moore Estlands, dessen höchster Gipfel der Tärivere mägi (94 m) ist. Der im Moor wachsende Wald beherbergt seltene Flughörnchen.

Entdecken Sie die Natur Alutaguses

Vom tiefen Wald an den Strand: Alutaguse liegt am Peipussee

Nach Mooren, Urwäldern und Bären wartet am südlichen Rand des Nationalparks eine kleine Überraschung: Strandurlaub.

Alutaguse reicht bis an das Nordufer des Peipussees, eines der größten Seen Europas. Entlang des Ufers zieht sich Estlands längstes zusammenhängendes Sand- und Dünensystem über rund 40 Kilometer. Berühmt ist der sogenannte „singende Sand“, der bei bestimmten Bedingungen unter den Füßen ein leises Geräusch erzeugt.

Besonders beliebt ist der Strand von Kauksi. Feiner Sand, Dünen und Kiefernwald treffen hier auf einen Horizont, bei dem man gelegentlich vergessen kann, dass man nicht am Meer steht.

Im Sommer lässt sich hier wunderbar baden und entspannen; Wanderwege führen durch die Dünenwälder am Ufer. Im Winter verändert der zugefrorene Peipussee die Landschaft vollständig und wird selbst zum Schauplatz ganz eigener Aktivitäten.

Das Besucherzentrum von Alutaguse in Kauksi bildet zugleich das südliche Eingangstor zum Nationalpark. Wer seine Erkundung hier beginnt, erhält einen guten Überblick über Landschaft, Wanderwege und Ausflugsziele.

Der Peipus-See – eines der größten Süßwasserreservoirs Europas

Der südliche Teil des Alutaguse-Nationalparks grenzt an den Peipussee. Er ist siebenmal so groß wie der Bodensee und zieht Urlauber mit seinen ausgedehnten Sandstränden und spektakulären Bootsausflugs- und Angelmöglichkeiten an. Auch im Winter gibt es hier jede Menge Aktivitäten.

Kauksi-Strand im Peipussee

Urheber des Bildes: Hetkeline

Erleben Sie Outdoor-Abenteuer

TOP Aktivitäten im Nationalpark Alutaguse

  • Braunbären beobachten: Verbringen Sie einen Abend oder eine Nacht in einer speziellen Beobachtungshütte und erleben Sie Estlands größte Raubtiere in freier Wildbahn.
  • Durch Kurtna wandern: Entdecken Sie Estlands seenreichste Landschaft auf einer Tour durch Wälder und vorbei an zahlreichen kleinen Seen.
  • Puhatu und Agusalu erkunden: Moore, alte Wälder und die bis zu 18 Meter hohen Kontinentaldünen machen diese Landschaft einzigartig in Estland.
  • Auf den Iisaku-Aussichtsturm steigen: Genießen Sie den weiten Blick über die Wälder des Nationalparks und halten Sie in der Umgebung Ausschau nach den Spuren des seltenen Flughörnchens.
  • Den Peipussee erleben: Wandern Sie durch die Dünenwälder, verbringen Sie einen Sommertag am Strand von Kauksi oder entdecken Sie im Winter eine völlig verwandelte Seenlandschaft.
Aussichtsturm Iisaku

Urheber des Bildes: Hetkeline

Zwischen Rakvere, Narwa und Tartu – Alutaguse als Zwischenstopp

Alutaguse liegt weitab vom Trubel größerer Städte – und genau das gehört zu seinem Reiz. Auf einer Rundreise durch Estland lässt sich der Nationalpark trotzdem hervorragend einplanen. Er liegt ungefähr im Dreieck zwischen Rakvere, Narwa und Tartu und bietet sich damit als Naturstation zwischen drei sehr unterschiedlichen Städten an.

Rakvere liegt westlich des Nationalparks. Die kleine Burgstadt mit ihrer mächtigen Ordensburg, dem berühmten Auerochsen und einer lebendigen Kulturszene eignet sich gut als Station, bevor die Reise weiter in den wilden Nordosten führt.

Narwa liegt nordöstlich von Alutaguse an der Grenze zu Russland. Hermannsfeste, die gegenüberliegende Festung Iwangorod und der Grenzfluss schaffen eine Atmosphäre, die es so nirgendwo sonst in Estland gibt. Von Narwa aus lässt sich Alutaguse auch gut bei einem Tagesausflug erreichen.

 

Tartu wiederum liegt südwestlich des Nationalparks. Wer aus Estlands lebendiger Universitätsstadt kommt, kann die Fahrt nach Alutaguse wunderbar mit einer Reise entlang des Peipussees verbinden – und sich dem Nationalpark gewissermaßen vom Wasser her nähern.

Damit lässt sich Alutaguse ganz unterschiedlich in eine Estlandreise einbauen: von Rakvere Richtung Osten, von Narwa in die Wildnis oder von Tartu über den Peipussee. Und wer erst einmal dort angekommen ist, sollte ruhig etwas Zeit einplanen. Estlands wilder Nordosten ist kein Ort, durch den man möglichst schnell hindurchfahren möchte.

Die anderen fünf Nationalparks Estlands

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