Halbinsel Harilaiu im Vilsandi-NationalparkUrheber des Bildes: Mati Kose
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Der Nationalpark Vilsandi

Begeben Sie sich auf eine Reise in den Vilsandi-Nationalpark an der Westküste Saaremaas.

Der an der Westküste von Saaremaa gelegene Vilsandi-Nationalpark ist der maritimste und inselreichste Nationalpark Estlands. Der Park besteht zu zwei Dritteln aus Meer und umfasst 160 Inseln, Halbinseln und Inselchen und wurde zum Schutz sensibler Küsten- und Insellebensräume gegründet. Das Zentrum des Parks ist die namengebende Insel Vilsandi.

Willkommen in Vilsandi!

Ein Besuch im Vilsandi-Nationalpark sollte gut geplant werden. Es gibt eine von der örtlichen Gemeinde organisierte Bootsverbindung, die von Papissaare nach Vikati und zurück führt. Überprüfen Sie die Fahrpläne und kaufen Sie Tickets im Voraus.

Wussten Sie, dass Sie im Vilsandi-Nationalpark mit Hilfe eines einheimischen Führers von einer Landzunge zur nächsten durch das flache Meer wandern können? Schuhe aus, Hosenbeine hochgekrempelt und los geht’s! Das ist exotisch und bietet die Chance, den Nationalpark von allen Seiten kennenzulernen.

Urheber des Bildes: Rivo Veber

Paradies für Robben- und Orchideen-Fans

Natürlich können Sie die Inseln und Inselchen auch mit dem Boot erkunden - die ruhigen Wellen und die kurzen Entfernungen machen den Vilsandi-Nationalpark zu einem idealen Ort für eine Kajaktour. An den Stränden werden Sie wahrscheinlich Robben sehen – sie leben hier in großer Zahl und lieben es, an der Küste zu faulenzen.

Botaniker werden von den seltenen Pflanzenarten fasziniert sein, die hier vorkommen, wie z. B. über 30 Orchideenarten, das auf der Insel endemische Rohrglanzgras und auch das Ginsterrohr. Geologen finden in den Kalksteinfelsen von Vilsandi Fossilien und versteinerte Korallen

Die Fossil-Kalksteinterrassen warten darauf, entdeckt zu werden, und der 130 Jahre alte Vilsandi-Leuchtturm bietet einen herrlichen Blick auf die Umgebung – eine einzigartige, von Wind und Wellen geformte Landschaft und Heimat verschiedener Wild- und Vogelarten. 

Harilaid – wilde Küste und ein Leuchtturm im Meer

Die Halbinsel Harilaid gehört zu den ursprünglichsten Landschaften des Vilsandi-Nationalparks. Wind und Wellen verändern ihre Küstenlinie ständig, Dünen wandern und auf den weiten Sand- und Kiesstränden begegnet man häufig mehr Vögeln als Menschen.

Zwei Wanderwege von sechs beziehungsweise elf Kilometern führen durch diese außergewöhnliche Küstenlandschaft. Wer die längere Route wählt, erreicht eines der ungewöhnlichsten Fotomotive Saaremaas: den Leuchtturm von Kiipsaare. Als er 1933 errichtet wurde, stand er noch rund 100 Meter landeinwärts. Durch die Veränderungen der Küstenlinie steht der 26 Meter hohe Turm heute im Meer – und neigt sich je nach Bewegung des Untergrunds mal mehr, mal weniger zur Seite.

Die Halbinsel Harilaid

Wenn Sie einen langen Spaziergang nicht scheuen, finden Sie auf der Halbinsel Harilaid Sanddünen, deren wechselnde Form in Estland einzigartig ist.

Vilsandi ist zudem ein Paradies für Vogelbeobachter

Estland zählt zu den spannendsten Zielen für Vogelbeobachtung in Nordeuropa. Das Land liegt auf einer der großen Zugrouten arktischer Wasservögel, und Küsten, Inseln, Feuchtgebiete und Wälder bieten ausgezeichnete Rast- und Brutplätze. Insgesamt lassen sich in Estland fast 400 Vogelarten beobachten, mehr als 200 davon brüten auch hier. Besonders eindrucksvoll ist der Vogelzug im Frühjahr, wenn riesige Schwärme auf dem Weg in ihre nördlichen Brutgebiete über das Land ziehen.

Vilsandi ist dafür einer der besten Plätze im Land. Die vielen kleinen Inseln und die weitgehend ungestörte Küstenlandschaft machen den Nationalpark zu einem wichtigen Rastplatz für Zug- und Seevögel. Wer Fernglas und etwas Geduld mitbringt, kann hier zu unterschiedlichen Jahreszeiten eine erstaunliche Vielfalt beobachten.

Im Frühling ziehen unter anderem Tausende Weißwangengänse und zahlreiche andere Meeresvögel durch das Gebiet. Auch die Kanadagans ist inzwischen auf den kleinen Inseln anzutreffen. Ein ganz besonderer Wintergast aber ist die Scheckente (Polysticta stelleri): Von Dezember bis April hält sich diese auffällig gezeichnete Meeresente in den Gewässern rund um Vilsandi auf.

Entdecken Sie mehr von Vilsandi

TOP Aktivitäten

  1. Erklimme den Leuchtturm von Vilsandi, von dem aus man seit über 130 Jahren eine großartige  Aussicht auf die Umgebung hat.

  2. Besuche die Halbinsel Harilaid mit ihrer einzigartigen Landschaft, geformt von Wind und Wellen. Sie ist Heimstatt vieler Wildtiere und Vogelarten.

  3. Nimm an einer geführten Tour teil, um ehemalige Korallenriffe zu sehen und einen guten Standort zur Robbenbeobachtung zu finden.

  4. Erkunde Vilsandi zu Fuß. Zwei Wanderwege führen über die Insel; der acht Kilometer lange Naturlehrpfad folgt unter anderem der Südküste mit ihren alten Korallenriffen bis zum Leuchtturm und anschließend durch den Wald zurück.

  5. Entdecke den Nationalpark vom Wasser aus. Zwei Drittel seiner Fläche bestehen aus Meer – ideale Bedingungen also, um die Inseln, Buchten und kleinen Eilande bei einer Kajak- oder Kanutour aus einer völlig anderen Perspektive kennenzulernen.
Licht

Urheber des Bildes: Rivo Veber

Saaremaa – Inselurlaub und Nationalpark miteinander verbinden

Ein Besuch im Vilsandi-Nationalpark lässt sich wunderbar mit einem längeren Aufenthalt auf Saaremaa verbinden. Estlands größte Insel ist selbst ein Reiseziel, für das man sich ruhig mehrere Tage Zeit nehmen sollte: Wacholderheiden und Wälder, kleine Dörfer, historische Windmühlen und eine fast 1.300 Kilometer lange Küstenlinie prägen die Landschaft.

Wer etwas mehr städtisches Leben sucht, findet in Kuressaare eine gute Basis für die Erkundung der Insel. Die charmante Inselhauptstadt bietet eine große Auswahl an Hotels, Spas, Restaurants und Cafés – und mit ihrer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Bischofsburg eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Estlands.

Vilsandi lässt sich so wunderbar in einen Saaremaa-Urlaub integrieren: ein paar Tage Inselkultur und Wellness, dazu Wanderungen durch die Küstenlandschaft und schließlich hinaus in Estlands maritimsten Nationalpark.

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