A young man enjoys a large cinnamon roll against a forest Urheber des Bildes: Tillu Café

Eine viertägige Genießertour durch Südestland

Vier Tage, viele Stopps, noch mehr Geschmack: Entdecken Sie Südestland auf einer Route für alle, die gern gut essen.

Visit South Estonia

Einmal quer durch Südestland – und bitte mit ordentlich Appetit. Auf dieser kulinarischen Route geht es von handwerklich hergestellten Weinen bis zu Estlands größten Zimtschnecken, von Cider aus dem Obstgarten bis zu Fine Dining auf dem Land.

Entdecken Sie Südestland mit dem Gaumen!

Stellen Sie sich eine Reise vor, auf der jeder Bissen seine eigene Geschichte erzählt.

Diese Route führt Sie durch die Hügel, Wälder und kleinen Straßen Südestlands – und zu Menschen, die mit viel Herzblut kochen, backen, keltern, räuchern und servieren. Es geht um gutes Essen, aber eben nicht nur. Es geht auch um Landschaft, Atmosphäre und das schöne Gefühl, unterwegs genau am richtigen Ort gelandet zu sein.

Die Strecke ist löffelförmig angelegt – was in diesem Fall nicht nur hübsch aussieht, sondern auch thematisch ziemlich gut passt. Denn hier wird nicht einfach nur gegessen, sondern genüsslich gelöffelt, probiert, entdeckt und zwischendurch vielleicht auch ein kleines bisschen geschwärmt.

Die Route führt bewusst über kleinere Straßen und Umwege. Das ist vielleicht nicht der schnellste Weg durch Südestland, aber ziemlich sicher der leckerste. Und wenn Sie am Ende wieder zuhause sind, werden Sie sich nicht nur daran erinnern, was Sie gegessen haben – sondern auch daran, wie gut sich diese Reise angefühlt hat.

Nehmen Sie sich Zeit, folgen Sie Ihrem Appetit und lassen Sie sich durch eine Region treiben, die kulinarisch deutlich mehr kann, als viele erwarten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die wichtigsten Highlights: 12 besondere Stopps mit einigen der besten Restaurants und gemütlichsten Cafés Südestlands – dazu Weingüter und eine Ciderei mit einem Obstgarten aus 10.000 Apfelbäumen.
  • Strecke: etwa 520 km
  • Dauer: Vier Tage sind ideal – aber wenn Sie länger brauchen, ist das auch völlig in Ordnung.Bestimmen Sie Ihr eigenes Tempo, bauen Sie Natur- oder Kulturstopps ein oder fahren Sie die Route einfach rückwärts.
  • Saison: ganzjährig, mit Ausnahme des Peipsi Teemaja, das nur im Sommer als Café geöffnet ist
  • Anreise und Fortbewegung: Am einfachsten sind Sie mit dem Auto unterwegs. Viele der Orte liegen idyllisch mitten in der Natur und etwas abseits der Hauptstraßen. Wenn Sie irgendwo länger bleiben möchten: Viele Stationen bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten an.
  • Tipps für nachhaltiges Reisen: Auch mit dem Auto können Sie klimafreundlicher unterwegs sein – zum Beispiel mit einem Elektroauto. Ladestationen gibt es reichlich. Kaufen Sie bei kleinen Produzenten ein: Unterwegs stoßen Sie auf Hofläden, und viele Cafés und Restaurants arbeiten mit lokalen oder selbst angebauten Zutaten. 

Tag 1: Tee, Spirituosen und Fine Dining

Wenn Sie in Tallinn starten, beginnt Ihre Reise am Peipussee – und zwar sehr angenehm. Folgen Sie einfach dem Duft von frisch gebackenem Gebäck bis zum gemütlichen Teehaus am Peipussee. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich hier vieles um die Aromen der Region: frischer Fisch aus dem See, viel Tee und ein wunderbar entschleunigter Start in diese kulinarische Tour.

Danach geht es weiter durch die sanft gewellte Landschaft von Vooremaa, vorbei an Drumlins und ländlicher Ruhe, bis Sie im Traditionscafé Juulamõisa landen. Dieser Ort ist nicht nur hübsch, sondern auch tief in der lokalen Erzählwelt verwurzelt. Die Betreiber servieren nicht nur gutes Essen, sondern auch spannende Geschichten und regionale Legenden. (Wussten Sie zum Beispiel, dass die Landschaft von Vooremaa laut Überlieferung vom Pflug Kalevipoegs stammt?) Das familiengeführte Green-Key-Café ist charmant, herzlich und genau die Art von Ort, bei der man sofort ein bisschen länger bleiben möchte.

Für den wahrscheinlich schwungvollsten Programmpunkt des Tages geht es anschließend ins Zentrum von Tartu, zur Schnapsbrennerei Peninuki. Hier erfahren Sie alles über die Herstellung außergewöhnlicher Spirituosen, können an einer unterhaltsamen Führung teilnehmen und sich durch einige ziemlich charakterstarke Tropfen probieren – darunter auch der erste in Estland hergestellte Rum. Und ja: Mitnehmen dürfen Sie natürlich auch etwas.

Zum Abschluss des ersten Tages wird es dann stilvoll: Im Restaurant Hõlm wartet Fine Dining auf südestnisch. Falls Sie bei regionaler Küche eher an rustikale Hausmannskost gedacht haben – willkommen bei der eleganten Gegenbewegung. Der MICHELIN Guide ist voll des Lobes, und das nicht ohne Grund. Menü, Service, Atmosphäre – hier stimmt alles. Jeder Teller sieht aus, als hätte sich jemand sehr ernsthaft Gedanken gemacht. Im besten Sinne.

Drinking tea near Lake Peipsi during South Estonia food tour

Urheber des Bildes: Rivo Veber

Tag 2: Obstgärten, Küchen und Schwesterliebe

Am zweiten Tag geht es noch tiefer hinein in die Natur Südestlands – und gleichzeitig mitten hinein in die Welt handwerklich hergestellter Getränke. Ihr erster Halt ist das KODAS Cider House, eingebettet in einen riesigen Obstgarten mit mehr als 10.000 Apfelbäumen. Allein das Setting lohnt sich schon. Vor Ort können Sie hinter die Kulissen schauen, mehr über die Herstellung erfahren und preisgekrönte Cider, Schaumweine und alkoholfreie Getränke probieren. Und falls Sie Glück haben, kommt sogar noch ein besonderes Essenserlebnis dazu – denn KODAS hat auch ein eigenes Restaurant.

Ein kleiner, aber sinnvoller Hinweis: Werfen Sie vorab einen Blick auf die Öffnungszeiten und reservieren Sie gegebenenfalls. Es wäre schade, genau hier an geschlossenen Türen zu scheitern.

Danach wird es ziemlich fotogen. Im Murimäe Winery ziehen sich Reben die Hänge hinauf, Terrassen blicken über den See, und alles sieht ein bisschen so aus, als hätte jemand die Landschaft mit Absicht besonders hübsch angeordnet. Hier erfahren Sie mehr über Weinbau und Weinherstellung und können sich durch handwerklich produzierte Weine probieren. Ob frischer Weißwein oder kräftiger Rotwein – mit dieser Aussicht schmeckt ohnehin alles noch ein bisschen besser. Im Sommer gibt es außerdem ein Café mit saisonaler Küche.

Der vielleicht charmanteste Stopp des Tages liegt etwas versteckt im kleinen Dorf Lüllemäe: Kolm Sõsarat, auf Deutsch „Drei Schwestern“. Und genau diese drei Schwestern stehen auch hinter dem Ort. Das Restaurant hat sich mit moderner, hochwertiger Küche und frischen Bio-Zutaten einen MICHELIN Green Star verdient – eine Auszeichnung, die in Estland nur drei Restaurants tragen.

Kolm Sõsarat ist einer dieser Orte, bei denen man schon nach dem ersten Gang versteht, warum alle davon schwärmen. Herzlich, klug gekocht und dabei völlig unprätentiös. Oder kurz gesagt: Kommen Sie hungrig und gehen Sie mit sehr guten Gefühlen wieder.

Couple tastes wine on food tour of South Estonia

Urheber des Bildes: Anna Svetlichnaia

Tag 3: Kühe, Beeren und Waldwege

Tag drei wird ein bisschen ländlicher, ein bisschen wilder – und ja, vielleicht auch ein bisschen käsiger. Aber genau das ist ja Teil des Charmes.

Der Tag beginnt auf dem Nopri-Hof, wo die eigentlichen Stars des Betriebs schon auf Sie warten: ausgesprochen zufriedene, sehr gut versorgte Kühe. Zwischen offenen Weiden und ländlicher Ruhe erfahren Sie, wie hier Joghurt, Käse und andere Milchprodukte hergestellt werden. Alles wirkt angenehm bodenständig und ehrlich – und genau das schmeckt man später auch.

Danach geht es weiter durch Wälder, über kleine Straßen und vorbei an Beerensträuchern zum Weinhof Uue-Saaluse. Hier wird es fruchtig, aber auf sehr interessante Weise. Denn statt klassischer Traubenweine entstehen hier Weine aus Obst und Beeren – also aus Zutaten, an denen man sonst vielleicht achtlos vorbeigehen würde. Im Glas allerdings entwickeln sie einen ganz eigenen Charakter: ein bisschen wild, ein bisschen unerwartet und ziemlich unvergesslich.

Zum Abschluss des Tages wartet mit dem Restaurant des Resorthotels Ilmaveere am Obinitsa-See ein Ort, an dem eigentlich alles stimmt: Aussicht, Atmosphäre und Küche. Hier ist Essen kein Nebenschauplatz, sondern eine Form von Aufmerksamkeit – für die Landschaft, für Zutaten und für das, was daraus entstehen kann. Viele Produkte stammen aus umliegenden Wäldern, Gärten und Höfen, und genutzt wird hier wirklich alles.

Die Zero-Waste-Küche des Restaurants setzt auf natürliche Aromen und zeigt ziemlich überzeugend, dass Schlichtheit keineswegs langweilig sein muss. Im Gegenteil.

Visiting Nopri Dairy on South Estonia regional food tour

Urheber des Bildes: Eesti Maa Ülikool

Tag 4: Ein warmer Abschied – direkt aus dem Ofen

Am letzten Tag darf das Tempo ruhig etwas runter. Jetzt geht es nicht mehr ums „Wie viel schaffen wir noch?“, sondern eher ums Genießen. Also: langsam fahren, aus dem Fenster schauen, tief durchatmen und sich noch einmal bewusst auf all die kleinen kulinarischen Highlights einlassen.

Die Straße führt durch die Wälder Südestlands, vorbei an offenen Feuerstellen und durch Landschaften, und schon durchs Autofenster riecht es nach Rauch und Zimt. Kein schlechter Auftakt für den letzten Reisetag.

Der erste Halt ist das Verska Resto in Värska, direkt am Wasser gelegen. Hier verstehen sich traditionelle und moderne Küche erstaunlich gut. Vieles wird über offenem Feuer zubereitet – und genau das gibt den Gerichten diese ehrliche, rauchige Tiefe, die sofort nach der Region schmeckt. Ob Sie frittierte Glasaale probieren oder sich für Rentier-Tartar entscheiden: Jeder Bissen hat hier etwas sehr Eigenes und sehr Ortstypisches.

Schon beim Eintreten liegt dieser warme, einladende Duft in der Luft, der ziemlich zuverlässig ankündigt, dass das hier gut wird.

Der letzte Stopp dieser viertägigen Genussreise ist dann noch einmal ein sehr schöner Abschluss: das Tillu Café. Dort gibt es ziemlich sicher die größten Zimtschnecken Estlands – und allein dafür hätte sich die Fahrt eigentlich schon gelohnt. In der hauseigenen Bäckerei entstehen den ganzen Tag über frische Kuchen und Gebäcke, und sobald man zur Tür hereinkommt, ist jede Form von Zurückhaltung im Grunde vorbei.

Neben süßen Dingen serviert das Café auch herzhafte Gerichte mit lokalen Zutaten aus der Region Vana-Võromaa. Und falls Sie zum Schluss noch etwas mitnehmen möchten: Im Hofladen finden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit genau das Richtige.

Four staff members of South Estonia restaurant Verska Resto

Urheber des Bildes: Verska Resto

Wo man in Süd-Estland gut essen kann

Diese Orte sind die Highlights, die Sie sich auf Ihrer viertägigen Gourmet-Tour nicht entgehen lassen sollten.

Fazit

Reisen Sie auf der „Löffel“-Route durch Südestland und entdecken Sie Aromen, die Sie nicht so schnell vergessen werden!

Also: rein ins Auto, Appetit einpacken und los. Wenn Sie Lust auf mehr Details zur „Löffel“-Route oder auf weitere spannende Reiserouten durch Südestland haben, finden Sie zusätzliche Informationen auf der regionalen Tourismus-Website.

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Karte von Estland

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