
Angeln in Estland – wo, wann und wie?
Estland verfügt – neben der Ostsee – über viele weitere Gewässer wie Flüsse und Seen, die auch für Angler ausgesprochen attraktiv sind.
Ob Sie ein erfahrener Angler sind oder gerade erst anfangen – die Gewässer Estlands bieten für alle hervorragende Möglichkeiten zum Fischen. Zu den Hauptfischarten, die man in Estland angeln kann, zählen Hecht, Barsch, Aal, Bach-, Meer- und Regenbogenforelle, Lachs, Flunder, Brasse und Quappe.
Angeln kann eine wunderbar entspannende Erfahrung sein, erfordert jedoch ein wenig Vorbereitung, damit alles reibungslos läuft. Besonders wichtig ist die richtige Kleidung und das passende Schuhwerk. Leichte Stoffe, die Schweiß aufnehmen und Sie kühl halten, sind die ideale Wahl. Schwere Materialien, die Wärme speichern, sollten Sie besser vermeiden. An sonnigen und heißen Tagen ist zudem ein guter Sonnenschutz unverzichtbar – entweder durch ein mitgebrachtes Zelt oder eine schattige Stelle in der Natur. Da das Angeln Zeit braucht, denken Sie auch an eine bequeme Sitzgelegenheit – spezielle Anglerstühle sind dafür perfekt geeignet.
Prüfen Sie vor dem Angeln unbedingt, ob gerade eine Schonzeit gilt. Alle Fischereibeschränkungen finden Sie auch auf Karten verzeichnet.
Mit den zahlreichen Angelplätzen in Estland finden Sie sicher ein passendes Gewässer in Ihrer Nähe. Eine vollständige Übersicht über alle Angelgewässer bietet die Webseite des Fischereiparportals (nur in estnischer Sprache).
Eisfischen
Angeln hat in Estland auch im Winter Tradition!
Je nachdem, wie leidenschaftlich Sie angeln, können Sie entweder ohne Genehmigung oder mit einer gültigen Lizenz fischen.
Nach dem sogenannten Jedermannsrecht dürfen Angler mit einer einfachen Handangel fischen. Diese besteht aus einer Angelrute mit einer Schnur, die bis zu 1,5 Mal so lang wie die Rute ist, sowie einem Einfachhaken. Optional darf die Angel auch mit einem Gewicht und einem Schwimmer ausgestattet sein.
Für das Angeln mit einer professionelleren Angel, einer Spinnrute, einem Schleppnetz, einer Zupfangel, einer Fliegenrute, einer Grundangel (z. B. Donka oder Krunda), einer Stellangel, einer Heringangel oder für das Tauchen mit einer Harpune (bis zu fünf Spitzen) benötigen Sie eine Freizeitfischerlaubnis.
Eine spezielle Fischereikarte ist erforderlich, wenn Sie mit einem Stellnetz, einer Schleppangel, einer Reuse, einer Krebsreuse, einem Krabbenkäfig oder einer Krebsschnur fischen möchten. Auch für das Angeln im Matsalu-Nationalpark, im Silma- und Endla-Naturschutzgebiet sowie in bestimmten lachsreichen Flüssen benötigen Sie diese Karte.
Beachten Sie, dass Sie nach der Nutzung einer Fischereikarte verpflichtet sind, einen Fangbericht einzureichen – auch wenn Sie nicht gefischt haben oder keinen Fang verzeichnen konnten.
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Spezielle Tipps für Eisfischer
Fisch räuchern
Nach dem Angeln stellt sich die Frage: Was tun mit dem Fang? Eine beliebte Option ist das Räuchern von Fisch.
Das Räuchern mit kaltem oder heißem Rauch wurde im 20. Jahrhundert weit verbreitet. Dabei kann grundsätzlich jeder Fisch geräuchert werden, doch besonders geschätzt werden geräucherte Heringe, Dorsche, Lachse, Flundern, Maränen und Brassen.
Der Geschmack des Fisches hängt auch von der Art des Brennholzes ab. Oft werden frische Erlenhölzer oder Kiefernzapfen verwendet.
In der Regel unterscheidet man drei Räuchermethoden: Kalträuchern, Heißräuchern und Warmräuchern.
Kalträuchern: Die Temperatur liegt zwischen 18 und 40 °C, und der Räuchervorgang dauert zwischen 12 Stunden und bis zu 7–8 Werktage.
Heißräuchern: Hier liegt die Temperatur zwischen 80 und 140 °C, und der Fisch ist in 20 Minuten bis anderthalb Stunden fertig.
Warmräuchern: Die Temperatur beträgt 50 bis 90 °C, und die Dauer variiert zwischen 1 und 6 Stunden.
Das Räuchern frischen Fisches ist eine Tradition, die in Estland oft von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Quelle: Priidu Saart, Visit Estonia
Der Fischfang wird in Estland seit Generationen betrieben
Wie gelingt ein schmackhaftes Fischgericht?
Wenn Ihre Fischgerichte besonders gut gelingen sollen, folgen Sie diesen drei Tipps, die das estnische Angelportal empfiehlt:
- Gefrorenen Fisch richtig auftauen: Tauchen Sie den Fisch in kaltes Salzwasser – ein Liter Wasser mit einem Teelöffel Salz. Diese Methode minimiert den Verlust von Mineralstoffen. Fischfilets sollten hingegen an der Luft aufgetaut werden.
- Fisch beim Braten stabil halten: Streuen Sie etwa 15 Minuten vor dem Braten etwas Salz auf den Fisch. Dadurch bleibt er beim Braten in Form und zerfällt nicht.
- Geöffnete Fischkonserven richtig aufbewahren: Überreste aus einer geöffneten Konserve sollten Sie in ein Porzellan- oder Glasgefäß umfüllen. Vermeiden Sie es, den Fisch in der offenen Konservendose im Kühlschrank aufzubewahren. Durch Reaktionen mit der Luft können giftige Substanzen entstehen, die sowohl den Fisch als auch Ihre Gesundheit schädigen.
Und noch ein Tipp gegen Fischgeruch nach dem Kochen: Beträufeln Sie den Fisch mit etwas Zitronensäure oder mit Essigwasser – das neutralisiert den Geruch effektiv.

Quelle: Priidu Saart, Visit Estonia
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Last updated
29.12.2024