
Saaremaa – Estlands größte Insel zwischen Natur, Kultur und Meer
Estlands größte Insel, Saaremaa, zieht Besucher mit ihrer natürlichen Schönheit, ihrer reichen Geschichte und ihrem kulturellen Erbe an.
Wacholder, Windmühlen, Strände und eine mittelalterliche Burg: Saaremaa verbindet ursprüngliche Inselnatur mit Kultur, Genuss und Entspannung.
Saaremaa ist die größte Insel Estlands – und eine kleine Welt für sich. Hier wechseln sich stille Wälder und Wacholderheiden mit langen Küsten, kleinen Dörfern und überraschend guten Stränden ab. Dazwischen stehen alte Windmühlen und Bauernhöfe, mittelalterliche Kirchen und die mächtige Bischofsburg von Kuressaare.
Die Insel ist groß genug, um mehrere Tage lang immer wieder Neues zu entdecken, und gleichzeitig überschaubar genug für spontane Abstecher: Eine kleine Straße sieht vielversprechend aus? Einfach abbiegen. Nicht selten endet sie irgendwo am Meer.
Und obwohl Saaremaa zu den beliebtesten Reisezielen Estlands gehört, findet man selbst im Sommer noch genügend Orte, an denen man Küste, Wald und Landschaft fast für sich allein hat.

Saaremaas wilde und überraschende Natur
Saaremaa besitzt eine außergewöhnlich vielfältige Natur. Milde maritime Temperaturen und kalkreiche Böden schaffen Lebensräume für zahlreiche seltene Pflanzenarten. Orchideen wachsen hier ebenso wie Wacholder, und an den Küsten finden Zug- und Seevögel wichtige Rast- und Brutgebiete.
Dabei zeigt die Insel immer wieder ein anderes Gesicht. Im Norden fällt an der Steilküste von Panga der Kalkstein bis zu 21 Meter zum Meer hin ab. Im Süden lockt der lange Sandstrand von Mändjala, während im Inselinneren Wälder, Moore und stille Seen die Landschaft bestimmen.
Eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten liegt bei Kaali. Vor mehreren Jahrtausenden schlug hier ein Meteorit ein und hinterließ mehrere Krater. Der größte misst rund 110 Meter im Durchmesser und ist heute mit Wasser gefüllt. Der Einschlag muss für die damaligen Bewohner der Insel ein gewaltiges Ereignis gewesen sein – und entsprechend ranken sich bis heute Mythen und Legenden um den Ort.
Vilsandi – Estlands maritimster Nationalpark
Vor der Westküste Saaremaas beginnt eine Landschaft, in der die Grenze zwischen Land und Meer endgültig verschwimmt. Der Nationalpark Vilsandi umfasst die gleichnamige Insel sowie zahlreiche kleinere Inseln, Buchten und Küstengebiete – rund zwei Drittel seiner Fläche bestehen aus Meer.
Vilsandi ist besonders für seine Vogelwelt bekannt. Tausende Zugvögel nutzen die Inselwelt als Rastplatz, an den Küsten leben Seevögel und auf kleinen Eilanden ruhen Kegelrobben. Wanderwege, Boots- und Kajaktouren eröffnen unterschiedliche Möglichkeiten, den Nationalpark zu erkunden.
Auch die Halbinsel Harilaid mit ihren Stränden, Dünen und dem ungewöhnlichen Leuchtturm von Kiipsaare gehört zum Schutzgebiet. Wer Saaremaa besucht und noch ein wenig mehr Wildnis sucht, sollte sich für Vilsandi mindestens einen Tag reservieren.

Von Wikingern, Windmühlen und mittelalterlichen Burgen
Saaremaa liegt weit draußen im Meer – aber keineswegs abseits der Geschichte. Schon in der Wikingerzeit waren die Bewohner der Insel als Seefahrer unterwegs. Davon zeugen unter anderem die spektakulären Schiffsgräber von Salme, in denen die Überreste zweier Schiffe und zahlreicher Krieger aus dem 8. Jahrhundert gefunden wurden.
Später hinterließen Dänen, Deutsche, Schweden und Russen ihre Spuren. Mittelalterliche Kirchen, Gutshäuser und Festungsanlagen erzählen von der wechselvollen Geschichte der Insel. In Angla stehen noch heute mehrere traditionelle Windmühlen, während das Bauernhofmuseum Mihkli zeigt, wie das bäuerliche Leben auf Saaremaa über Generationen hinweg aussah.
Zu den bedeutendsten historischen Bauwerken gehört die mittelalterliche Bischofsburg in Kuressaare – eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen des Baltikums.
Kuressaare – kleine Inselhauptstadt mit großer Burg
Kuressaare ist das kulturelle und touristische Zentrum Saaremaas und für viele Besucher die ideale Basis, um die Insel zu erkunden. Die Stadt ist klein genug, um fast alles zu Fuß zu erreichen, bietet aber eine große Auswahl an Restaurants, Cafés, Hotels und Spas.
Im Mittelpunkt steht die mächtige Bischofsburg aus dem Mittelalter. Sie ist vollständig von einem Wassergraben umgeben und beherbergt heute das Saaremaa-Museum. Rundherum erstreckt sich ein großzügiger Schlosspark, und nur wenige Schritte weiter beginnt die kleine Altstadt mit ihren historischen Gebäuden.
Am Yachthafen lässt sich der Tag am Wasser ausklingen. Und weil die Entfernungen auf Saaremaa überschaubar bleiben, kann man morgens von Kuressaare zu einer Inselrundfahrt starten und abends wieder zum Essen in der Stadt sein.

Urheber des Bildes: Robert Lindström, Visit Estonia
Entdecken Sie die Schätze der Inselhauptstadt
Saaremaa kann auch Wellness
Saaremaa ist nicht nur etwas für Wanderstiefel und Fahrräder. Kuressaare blickt auf eine lange Kurtradition zurück: Bereits im 19. Jahrhundert kamen Gäste auf die Insel, um sich mit Anwendungen aus Meerwasser und dem örtlichen Heilschlamm verwöhnen zu lassen.
Heute knüpfen zahlreiche SPA-Hotels an diese Tradition an. Sauna, Massagen und moderne Wellnessangebote machen Kuressaare zu einem der wichtigsten SPA-Ziele Estlands.
Das passt erstaunlich gut zum Saaremaa-Urlaub: tagsüber durch Wacholderlandschaften wandern, an der Küste entlangradeln oder Vilsandi erkunden – und anschließend Sauna und warmes Wasser. Man muss schließlich nicht jeden Teil des Urlaubs anstrengend gestalten.

Urheber des Bildes: Meri Seaside Hotel
So schmeckt Saaremaa
Eine Insel schmeckt anders als das Festland – und Saaremaa bildet da keine Ausnahme. Fisch und andere Produkte aus dem Meer gehören ebenso zur regionalen Küche wie Schwarzbrot, Kartoffeln, Wild, Beeren und Pilze.
Viele Restaurants und kleine Produzenten setzen bewusst auf Zutaten von der Insel. Dazu kommen lokale Spezialitäten und Getränke – von handwerklich gebrautem Bier bis zu Produkten, bei denen der allgegenwärtige Wacholder für ein unverwechselbares Aroma sorgt.
Wer Saaremaa kulinarisch entdecken möchte, sollte deshalb nicht nur in Kuressaare essen. Kleine Cafés, Hofläden, Manufakturen und Restaurants finden sich über die ganze Insel verteilt – ein weiterer guter Grund, gelegentlich von der geplanten Route abzubiegen.

Urheber des Bildes: KuKuu Restaurant / Visit Estonia
Übernachten zwischen Stadt und Wacholderheide
Auf Saaremaa kann man sehr unterschiedlich wohnen. Wer Restaurants, Kultur und Wellness direkt vor der Tür haben möchte, findet in Kuressaare Hotels, Apartments und SPA-Resorts.
Außerhalb der Stadt wird es ländlicher: Gästehäuser, Ferienhäuser und kleine Höfe liegen zwischen Wäldern und Feldern oder direkt an der Küste. Gerade für einen längeren Aufenthalt kann das eine wunderbare Möglichkeit sein, das ruhigere Saaremaa kennenzulernen.
Und weil die Insel trotz ihrer Größe gut mit dem Auto zu erkunden ist, muss die Unterkunft keineswegs mitten im Geschehen liegen. Manchmal ist ein Haus irgendwo am Ende einer kleinen Straße genau der richtige Ort für einen Inselurlaub.

Urheber des Bildes: Ekesparre Boutique Hotel
Sõrve – bis ans Ende der Insel
Ganz im Süden zieht sich die schmale Halbinsel Sõrve weit in die Ostsee hinaus. Schon die Fahrt dorthin lohnt sich: Kleine Dörfer, Wälder und Küstenlandschaften begleiten die Straße immer weiter nach Süden.
Am äußersten Ende steht der markante Leuchtturm von Sõrve. Von hier blickt man über die Irbenstraße Richtung Lettland – jene Meerenge, die den Rigaischen Meerbusen mit der offenen Ostsee verbindet.
Sõrve ist außerdem ein bedeutender Korridor für den Vogelzug. Im Frühjahr und Herbst ziehen große Mengen von Zugvögeln über die schmale Landzunge. Auch Spuren der militärischen Vergangenheit sind vielerorts erhalten geblieben.
Wer Saaremaa mit dem Auto erkundet, sollte die Fahrt nach Sõrve deshalb nicht nur als Weg zu einem Leuchtturm betrachten. Der Weg selbst gehört zum Erlebnis.
Noch mehr Inseln? Aber gern!
Saaremaa ist zwar Estlands größte Insel, aber längst nicht die einzige in der Umgebung. Wer noch ein wenig weiter hinaus möchte, findet vor der Küste kleine Inselwelten mit ganz eigenem Charakter.
Entdecken Sie die benachbarten Inseln
Auch die kleineren Inseln rund um Saaremaa sind einen Besuch wert. Sie können sie mit dem Boot, dem Auto oder sogar zu Fuß erreichen.
Viirelaid
Wenn es einen Ort gibt, an dem die Zeit stillsteht, dann ist es die kleine Insel Viirelaid – bei Seefahrern lange bekannt und 1556 erstmals erwähnt. Diese Muhu vorgelagerte Insel zeichnet sich durch windgepeitschte Wacholderbüsche, herrliche Ruhe und einen 360-Grad-Meerblick aus. Der Leuchtturm Viirelaid im nordöstlichen Teil der Insel gilt als Estlands ältester Leuchtturm aus Stahl.
Sie können Viirelaid mit dem Boot von Virtsu oder Kuivastu aus erreichen. Die Fahrt dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Der Ferienhof auf der Insel bietet im Sommer Platz für bis zu 90 Personen und im Winter für bis zu 30 Personen.

Urheber des Bildes: Viirelaid
Urheber des Bildes: Rivo Veber
Abruka
Die Insel Abruka ist eine Waldschönheit mit artenreichem Schwemmland. Kulturbegeisterte können sich ins Inselmuseum begeben, eine urige Windmühle und einen gepflegten kleinen Friedhof besichtigen. Und Naturfreunde werden den Vogelbeobachtungsturm zu schätzen wissen.
Es gibt eine von der örtlichen Gemeinde organisierte Bootsverbindung von Romessaari (Saaremaa) nach Abruka und zurück. Überprüfen Sie die Fahrpläne und kaufen Sie Tickets im Voraus.
Feste feiern können die Insulaner auch
So ruhig Saaremaa an manchen Tagen wirkt, so lebendig kann die Insel werden, wenn gefeiert wird. Über das Jahr verteilt finden zahlreiche Kultur-, Musik- und Genussveranstaltungen statt.
Zu den bekanntesten gehören die Operntage von Saaremaa, bei denen die mittelalterliche Bischofsburg zur außergewöhnlichen Festspielkulisse wird. Das Kuressaare Maritime Festival feiert die enge Verbindung der Insel zum Meer, während Straßenfeste, Konzerte und kleinere Kulturveranstaltungen das sommerliche Leben prägen.
Und dann wäre da noch I Land Sound: Das Festival auf der kleinen Insel Illiku bei Orissaare verbindet elektronische Musik, Kunst und Inselatmosphäre – und zeigt eine ziemlich andere Seite des vermeintlich so beschaulichen Saaremaa.
Events auf Saaremaa
Und so kommen Sie nach Saaremaa
Schon die Anreise gehört ein wenig zum Inselerlebnis. Die meisten Besucher erreichen Saaremaa über die Nachbarinsel Muhu. Vom Festland fahren regelmäßig Fähren von Virtsu nach Kuivastu; Muhu und Saaremaa sind über einen Damm miteinander verbunden.
Die Überfahrt dauert nur rund eine halbe Stunde. Autos, Fahrräder und Busse können mitgenommen werden, sodass sich Saaremaa unkompliziert in eine Rundreise durch Estland integrieren lässt.
Suchen Sie sich eine passende Verbindung heraus und kaufen Sie Tickets online. Von Muhu aus führt ein Damm auf die Insel Saaremaa. Von der Fähre bis Kuressaare sind es knapp 80 Kilometer.
Alternativ können Sie Kuressaare auch mit dem Bus erreichen (der dann allerdings auch die Fähre nutzt); Tickets sind online unter tpilet.ee erhältlich.
Falls es mal schneller gehen soll: Sie können von Tallinn aus fliegen! Der Flug dauert etwa 30 Minuten. Buchen Sie Ihre Flugtickets online.
Segler können die hübschen kleinen Yachthäfen Roomassaare und Kuressaare anlaufen.
Urheber des Bildes: Kristina Mägi
Wie lange bleibt man auf Saaremaa?
Die kurze Antwort: Für immer. :-)
Im Ernst: Saaremaa lässt sich an einem langen Wochenende kennenlernen. Besser ist es allerdings wirklich, ein paar Tage mehr einzuplanen. Die Insel hat die unangenehme Eigenschaft, dass man nach der Ankunft plötzlich deutlich weniger Lust auf die Rückfahrt bekommt!
Mehr zu Estlands größter Insel gibt es auf der offiziellen Website Saaremaas:

Urheber des Bildes: Valmar Voolaid
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Zuletzt aktualisiert
08.08.2026




